Als die USA 1930 umfassend Zölle erhöhten, antworteten Handelspartner. Exporte fielen, Misstrauen wuchs. Historiker streiten über Größenordnungen, doch die Episode lehrt: Eskalationen entwickeln Eigendynamik. Wer Mauern baut, bekommt selten planbare Stabilität, sondern Kettenreaktionen, die Unternehmen, Bauern und Konsumenten gleichzeitig belasten und Gespräche erschweren.
Mit dem GATT begannen rundenweise Senkungen, die Handel planbarer machten. 1995 folgte die WTO mit verbindlicherem Streitbeilegungssystem, erweiterter Agenda und mehr Mitgliedern. Institutionen ersetzen nicht Politik, doch sie senken Transaktionskosten, bündeln Informationen und geben schwächeren Akteuren Verfahren an die Hand, um Rechte tatsächlich durchzusetzen.
Mit Chinas Aufstieg und der Integration vieler Schwellenländer wurden Lieferketten länger, spezialisierter und empfindlicher. Vorteile bei Kosten und Skalierung trafen auf Debatten über Sicherheit, Standards und Arbeitsbedingungen. Diese Spannung prägt aktuelle Entscheidungen: Diversifizieren, absichern, gleichzeitig Offenheit bewahren, damit Innovation und Wohlstand nicht in Lagerlogiken erstarren.